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22.12.2020 10:32 110 Tage
Kategorie: Kategorie 4

Aktuální stav hledání konečného úložiště v ČR

Doplnění aktuální informace ze stránky MPO: Vláda 21. prosince schválila výběr čtyř doporučených lokalit pro umístění hlubinného úložiště radioaktivního odpadu - Březový potok na Klatovsku, Horka mezi Třebíčí a Velkým Meziříčím, Hrádek u Jihlavy a Janoch u Temelína. Na těchto lokalitách se uskuteční výzkumné a průzkumné práce kvůli výběru finální a záložní lokality, které by měly být potvrzeny do roku 2030.


[Translate to Tschechische Sprache:] Vor kurzem wurde in Tschechien ein Bericht des Obersten Kontrollamtes (Rechnungshof) veröffentlicht, in dem der Haushalt der Verwaltung der Endlager für radioaktiven Abfälle (SÚRAO) überprüft wurde. SÚRAO ist u.a. für die Endlagersuche in Tschechien zuständig. Im Bericht stellt das Amt fest, dass die SÚRAO für die Endlagersuche seit 1997 schon 1,821 Mrd. CZK (69 Mio. EUR) ausgegeben hat, ohne die geplanten Ziele zu erreichen. Die zwei, für die Errichtung des Endlagers geeigneten Standorte sollten schon im Jahr 2015 fixiert werden, momentan ist der Termin für die Auswahl des endgültigen Endlagerstandortes 2025 gültig, wobei heute Termine um 3 - 5 Jahre später diskutiert werden. Aus den 9 geprüften Standorten wurden für die weitere tiefgreifende Erkundung im Juni 2020 von einer Expertengruppe 4 Standorte (Janoch, Horka, Hrádek, Březový potok) ausgewählt, der entsprechende Regierungsbeschluss ist bis jetzt aber ausständig.
Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen gehört die Tatsache, dass es in Tschechien kein Gesetz wie in Deutschland gibt, das die Endlagersuche und die Beteiligung der betroffenen Gemeinden im Auswahlverfahren regelt. Die Endlagersuche erfolgt nach dem Konzept für die Behandlung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente, das von der Regierung beschlossen wird. Ebenfalls beschließt die Regierung die Tätigkeit der SÚRAO.
In den vier genannten Standorten (wenn die Regierung nicht etwas anderes beschließt) sollten in kommenden Jahren die weiteren Erkundungen (mit Tiefbohrungen bis 500 m und mehr) erfolgen. Mit dem Ziel, zwei geeignete Standorte im Jahr 2022 auszuwählen. Schließlich soll ein Endlagerstandort im Jahr 2025 genannt werden. Für Jahr 2035 wird die Eröffnung der UVP für das Endlager geplant. Die Bauarbeiten sollen dann in Jahren 2050 - 2064 erfolgen und im Jahr 2065 soll das Endlager in Betrieb genommen werden.
Das zuständige Industrieministerium arbeitet angeblich seit Juli 2020 an der Aktualisierung des Konzeptes für die Behandlung der radioaktiven Abfälle, wobei es ankündigt, dass es zu weiteren Verschiebungen der Meilensteine für die Auswahl des Standortes kommen kann. Nach dem gültigen Regelwerk muss die SUP (strategische Umweltprüfung) für die Aktualisierung des Konzeptes grenzüberschreitend durchgeführt werden.
Nach derzeitigen Vorstellungen soll das Endlager in der Tiefe von ungefähr 500 m errichtet werden. Zu dieser Ebene führt ein Tunnel mit einem Transportweg. Die Lagerbehälter aus Metall mit den abgebrannten Brennstäben werden im System der Lagerkammer untergebracht, die nach der Beschickung mit Lehm abgedichtet werden. Im tschechischen Endlager soll ungefähr 10.000 Tonnen Atommüll endgelagert werden. Die Errichtungskosten werden in der Höhe von 5,3 - 6,2 Mrd. EUR geschätzt. Momentan stehen im sog. Atomfonds Finanzmittel in der Höhe von 1,13 Mrd. EUR zur Verfügung.

(geschrieben für die Vereinszeitung der Antiatom Komitee)