< Aufbau der KKW-Blöcke in Tschechien - eine neue Variante
10.09.2019 16:45 70 Tage
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UVP-Standpunkt für neue Blöcke in Dukovany

Am 30. August 2019 hat das tschechische Umweltministerium das UVP-Verfahren für den geplanten Ausbau des südmährischen Atomkraftwerkes Dukovany mit einem positiven Bescheid abgeschlossen.


Der um fünf Monate später als vorangekündigt erlassene, 120-seitige UVP-Standpunkt beinhaltet insgesamt 47 Auflagen. Diese Auflagen müssen nach der derzeitigen Rechtslage Bestandteil der Standort- und später der Baugenehmigung werden.

Folgende Auflagen sind besonders relevant:


    •  Für die Baugenehmigung ist sicherzustellen, dass die Anlage eine Begrenzung der Abgabe des radioaktiven Tritiums in den Fluss Jihlava ermöglicht.
    • Der Kühlwasser-Mangel ist am AKW-Standort Dukovany ein besonders kritischer Punkt. Der Bescheid erfordert eine Sicherstellung der gültigen Mindestdurchflussmenge im Fluss Jihlava auf Basis der wasserwirtschaftlichen Bilanzen und Klimaprognosen.
    • Sicherstellung des Schutzes der Naturbiotope am Fluss Jihlava nach europäischen Vorgaben durch ein Erhalten des Mindestdurchflusses aus dem Stausee Mohelno. Keine Veränderung zum derzeitigen Betrieb erlaubt.
    • Im Rahmen der Projektvorbereitung ist laufend die Entwicklung der klimatischen Bedingungen zu beobachten und im Fall von Änderungen darauf zu reagieren, insbesondere für die Sicherstellung der Wasserversorgung.

  • Für den Fall eines schweren Unfalls mit Kernschmelze ist nachzuweisen:
  • Evakuierungsbedarf ab einem Umkreis von 3km ausgeschlossen;
  • Jodvorbeugung ab einer Entfernung von 5 km ausgeschlossen;
  • die landwirtschaftlichen Produkte sollen ein Jahr nach dem Unfall ab 5km Entfernung wieder verzehrbar sein;
  • keine Dauer-Absiedelung ab einer Grenze von 800m um den Reaktor.

Die von Oberosterreich eingebrachten Einwendungen wurden vom Gutachter im Bescheid unzureichend berücksichtigt. Auch eine Alternativenprüfung wurde nicht vorgenommen, die Notwendigkeit neuer KKW-Blöcke wird aus dem tschechischen Energiekonzept abgeleitet und nicht hinterfragt.

Man kann heute schon belegen, dass die Auflagen nicht eingehalten werden können. Zum Beispiel die Auflage, dass der Durchfluss im Fluss Jihlava unter der Talsperre auf dem derzeitigen Niveau bleiben muss. Dies schließt einen gleichzeitigen Betrieb der alten und neuen Blöcke am Standort Dukovany aus.Der Kühlwasser-Mangel ist am AKW-Standort Dukovany ein besonders kritischer Punkt, denn die knappen Wassermengen im Fluss Jihlava sind bereits jetzt problematisch und verschärfen sich durch die wachsende Klimakrise. Der vorgeschriebene Mindestdurchfluss von 1,2 m3/s wurde im Sommer 2018 schon mehrmals unterschritten.