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20.01.2014 11:23 4 Jahr(e)
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Endlager für abgebrannte Brennelemente

Die Suche nach einem Endlager für abgebrannte Brennstäbe bzw. für radioaktive Abfälle ist in Tschechien voll im Gange.


Die Suche nach einem Endlager für abgebrannte Brennstäbe erfolgt nach dem Konzept der Behandlung der radioaktiven Abfälle und des abgebrannten Kernbrennstoffs, das von der Regierung am 15. Mai 2002 beschlossen worden ist (Beschluss Nr. 487/2002).

Die Stellungnahme des Umweltministeriums als Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung war dabei negativ.

 

Endlager für abgebrannte Brennelemente

Die Vorgeschichte

Die Suche nach einem Endlager für abgebrannte Brennstäbe erfolgt nach dem Konzept der Behandlung der radioaktiven Abfälle und des abgebrannten Kernbrennstoffs, das von der Regierung am 15. Mai 2002 beschlossen worden ist (Beschluss Nr. 487/2002). Die Stellungnahme des Umweltministeriums als Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung war dabei negativ.

Gemäß dem Atomgesetz ist für die Behandlung der radioaktiven Abfälle die sgn. Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SURAO) zuständig. Zeitplan der Endlagersuche nach dem oben genannten Konzept:

2015: zwei ausgewählte Standorte sind in die Raumpläne der vorgesehenen Gemeinden einzutragen

2025: Nachweis der Machbarkeit am endgültigen Standort

2030: Ausbau des unterirdischen Labors am festgelegten Standort

2050: Baubeginn des Endlagers

2065: Inbetriebnahme des Endlagers

Trotz der massiven Bedenken an der Einhaltung des ersten Meilensteins auch seitens des ehemaligen Direktors der SURAO (er war kurz nach der Äußerung abberufen worden), hält das zuständige Industrieministerium, vom KKW-Betreiber CEZ unterstützt, an dem Zeitplan fest. Unter anderem auch mit der Begründung, dass offene Fragen der Entsorgung als Argumente gegen die Atomkraft nachweislich widerlegt werden müssen, weil der Standort für das Endlager schon ausgewählt worden ist und somit die abgebrannten Brennstäbe entsorgt werden können.

Die erste, ursprüngliche Auswahl der potentiell geeigneten Standorte für das Endlager am Anfang der 90er Jahre hat insgesamt 28 Standorte beinhaltet. In der zweiten Phase sind anhand der Archivdaten 11 Standorte ausgewählt worden. Kriterien waren die Eignung für den Ausbau eines Endlagers und der Ausschluss der Konflikte, die den Ausbau des Endlagers verhindern könnten (u.a. auch Komplikationen in den internationalen Beziehungen). In der nachfolgenden Phase der Suche sind diese 11 Standorte noch mit weiteren Kriterien überprüft worden, und zwar die Landschaftskriterien (Wälder, landwirtschaftliche Flächen, bebaute Flächen) sowie die Bedingungen für den Ausbau und Betrieb des Endlagers (Verkehrswege, Energieversorgung, Wirtschaftlichkeit). So ist folgende Liste der 6 Standorte entstanden (die genaue Bezeichnung ändert sich ziemlich oft):

- Umgebung von Lodhéřov (Bezirk Jindřichův Hradec)

- Umgebung von Božejov (Bezirk Tábor)

- Umgebung von Budišov (Bezirk Třebíč)

- Umgebung von Pačejov (Bezirk Klatovy)

- Umgebung von Lubenec (Bezirk Louny)

- Umgebung von Rohozná (Bezirk Jihlava)

Die anderen Standorte werden als Reserve für den Fall verstanden, dass die tiefgreifende Untersuchung der oben genannten 6 Standorte zeigt, dass sie nicht geeignet sind:

- Borohrádek (Kreis Pardubice),

- Teplá (Kreis Karlovy Vary),

- Zbytiny (Südböhmen),

- Opatovice-Silvánka (Mittelböhmen)

- Lodín-

Die Verwaltung SURAO hat mit der Veröffentlichung der Auswahl in den betroffenen

Standorten einen so großen Widerstand erweckt, dass die Regierung im Jahre 2004 mit einem Moratorium an den Untersuchungsarbeiten von 5 Jahren einverstanden war.

In einigen betroffenen Gemeinden sind Volksabstimmungen organisiert worden, nach deren Ergebnissen die Gemeinderäte verpflichtet sind, alle jene Schritte durchzuführen, um den Ausbau des Endlagers im jeweiligen Gemeindegebiet zu verhindern.

Weil es nicht gelungen ist, die negative Einstellung der Gemeinden zu ändern, ist die Regierung im März 2008 zum Schluss gekommen, dass die Standorte in jenen Gebieten zu suchen sind, wo nicht die Gemeinden, sondern der Staat über die Grundstücke verfügt. Diese befinden sich in Truppenübungsplätzen. So sind in die Liste der „geeigneten" Standorte wieder jene gekommen, die schon früher als ungeeignet ausgeschlossen worden waren. Anders gesagt –

Die damals gültige Liste der potentiellen Standorte sah so wie folgt aus:

- Umgebung von

- Umgebung von Božejov (Bezirk Tábor)

- Umgebung von Budišov (Bezirk Třebíč)

- Umgebung von Pačejov (Bezirk Klatovy)

Nový Bydžov (Kreis Hradec Králové) das Kriterium Sicherheit ist nicht mehr so wichtig, wie die Durchsetzbarkeit des Projektes. Lodhéřov (Bezirk Jindřichův Hradec)

- Umgebung von Lubenec (Bezirk Louny)

- Umgebung von Rohozná (Bezirk Jihlava)

- Truppenübungsplatz Boletice (Südböhmen) – zu der oberösterreichischen

Grenze nächstgelegener - 18 km (Grenze in der Nähe von Schwarzenberg), Standort früher als Zbytiny bezeichnet (s. oben).

- Truppenübungsplatz

- Standort Kraví hora (Bezirk Brno venkov)

Der letztgenannte Standort ist aus unbekannten Gründen in die Liste eingegliedert worden. Es ist aber nicht schwierig, doch die Gründe zu finden: der Standort befindet sich im Gebiet der bisher betriebenen Uranminen, wo die Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Atomkraft sehr positiv ist. Der Standort war auch früher (1998) für die Errichtung eines zentralen Zwischenlagers für abgebrannte Brennstäbe

vorgesehen und es gibt auch eine gültige Standortgenehmigung dafür.

Um die Untersuchungsarbeiten (geologische Bohrungen) direkt an Ort und Stelle durchführen zu können, benötigt die SURAO die "Genehmigung für die Festlegung des Untersuchungsgebietes". Diese Genehmigung erteilt das Umweltministerium. Nach der Novelle des Atomgesetzes erhalten die Gemeinden, in deren Gebiet die Untersuchungsarbeiten für das Endlager durchgeführt werden sollen, bereits für die Zustimmung eine finanzielle Abgeltung. Sofern die Untersuchungen konkret durchgeführt werden, erhalten sie einen Zuschuss von max. 4 Mio. CZK (150.000 EUR) jährlich. Die SURAO erwartet, dass dadurch der Widerstand gemildert oder gar aufgegeben wird.

Hradiště (Kreis Karlovy Vary)

Die neueste Entwicklung

Die zuständige Behörde SURAO hat ein neues Konzept für die Behandlung der radioaktiven Abfälle zusammengestellt und hat vor, es der Regierung vorzulegen. In diesem Entwurf wird der Termin für die Festlegung der zwei besten Standorte (Haupt- und Reservestandort) für den Endlageraufbau

SURAO plante weiter, die Genehmigung für geologische Untersuchungen an Ort und

Stelle an mindestens 4 Standorten zu erhalten. Der erste Antrag für die Genehmigung sollte schon Ende 2011 erfolgen, der zweite Ende 2012, die anderen in den Jahren 2013 und 2014. Die Untersuchung am ersten Standort sollte im Jahre 2015 beendet werden, wobei die Untersuchungen auf mindestens einem anderen Standort fortgesetzt werden sollen.

Die Pläne von Ende 2013 sehen natürlich anders aus: die Untersuchungsarbeiten ohne Bohrungen sollen an allen 7 Standorten gestartet werden. Diese Untersuchung sollte im Jahr 2016 fertig sein. Aufgrund der Ergebnisse sollen 4 Standorte ausgewählt werden, an denen weitere Untersuchungsarbeiten, diesmal schon mit Tiefenbohrungen, durchgeführt werden. Im Jahr 2018, wenn die Untersuchungsarbeiten abgeschlossen sein sollten, sollen dann aus diesen 4 Standorten die zwei besten ausgewählt werden (Haupt- und Reservestandort).

Daneben werden von SÚRAO weitere Standorte geprüft, insbesondere jene, die sich in der Nähe der bestehenden KKW befinden (geeignete Einstellung der Bevölkerung, insbesondere in der Nähe vom KKW Dukovany).

Die Untersuchung an Ort und Stelle wird mindestens 2 Jahre dauern, weitere 1 – 2 Jahre sind für die Analyse der Ergebnisse notwendig.

Im Oktober 2013 sind die Genehmigungsverfahren zur Festlegung der Untersuchungsgebiete auch in den 6 restlichen Standorten (Details zum Standort Kraví hora siehe weiter unten) gestartet worden.

Jene Gemeinden, die mit den Untersuchungsarbeiten in ihren Katastralgebieten einverstanden sind und wo die Arbeiten tatsächlich gestartet worden sind, bekommen jährlich 600.000 CZK (22.000 EUR) + 0,3 CZK/m

von 2015 auf 2018 verschoben. Die nachfolgenden Termine sollen so wie bisher bleiben, d.h. der Hauptstandort sollte bis 2025 ausgewählt werden. 2 (0,01 EUR) des Untersuchungsgebietes, jedoch maximal 4 Mio. CZK (150.000 EUR).

Die letzte Entwicklung am Standort Boletice

Die vorläufige Machbarkeitsstudie über die Variante der Errichtung des Endlagers am Truppensübungsplatz Boletice wurde wie geplant im November 2012 fertiggestellt. Die Studie wurde als vorläufig bezeichnet, da sie sich nur mit der Sammlung der sg. nicht geologischen Informationen und mit deren einführenden Bewertung beschäftigt.

Die Studie ist zum Schluss gekommen, dass das Gestein am Standort Boletice ein Medium darstellt, das geeignet ist, um als potentieller Standort für die Errichtung eines Endlagers in Frage zu kommen. Da sich der Standort im Landschaftsschutzgebiet und gleichzeitig im NATURA 2000 Gebiet befindet, wird erwartet, die Interessenskonflikte mit dem Naturschutz zu lösen.

Das Hauptziel der Studie war die Sammlung jener Daten über den Standort, die ermöglichen, die anderen schon früher ausgewählten Standorte mit Standort Boletice zu vergleichen.

In der Studie wurden zwei Varianten entwickelt:

- Oberflächenareal des Endlagers im Standort Chlum mit dem Eisenbahnanschluss aus dem Bahnhof Chroboly an der Strecke Nr. 197 mit der Länge von 7,5 km – prioritäre Variante – westlich vom gleichnamigen Berg (Seehöhe von 1191 m)

- Oberflächenareal des Endlagers ebenso im Standort Chlum mit dem Eisenbahnanschluss aus dem Bahnhof Polná oder Polečnice an der Strecke Nr. 194 mit Verladungsstation und mit dem Transport der Behälter auf der Straße (ungefähr 15 – 20 km je nach der Subvariante). Diese

 

Variante sollte nur in dem Fall realisiert werden, wenn die Eisenbahnstrecke Chroboly – Chlum wegen der Konflikte mit dem Naturschutz nicht realisierbar wäre.

Die Endlagerung der abgebrannten Brennstäbe sowie der anderen hochradioaktiven Abfälle sollte in der Tiefe von ungefähr 500 – 600 m unter der Erdoberfläche (Seehöhe von ca. +200 m) erfolgen. Die untertägigen Bauten ("radioaktive" Betriebe) sollten sich in der Seehöhe von 750 m befinden. Die abgebrannten Brennstäbe sollten horizontal in den Bohrungen mit dem Durchmesser von 2,2 m und in speziellen Behältern endgelagert werden. Die Dichtung der Zwischenräume sollte mit Bentonit durchgeführt werden. Die anderen Abfälle sollten in speziellen vorgefertigten Betonbehältern gestapelt endgelagert werden.

Das Oberflächenareal hat die Fläche von 112.626 m

Die Kosten für den Transportanschluss bewegen sich zwischen 4,5 Mrd. CZK (Variante 1) und 5,74 Mrd. CZK (Varianten mit der Verladungsstation und Ausbau der Straßen) (entspricht zwischen 180 und 230 Mio. Euro). Die Infrastrukturkosten bewegen sich zwischen 517 Mio. CZK und 657 Mio. CZK (Variante 1) (21 - 26 Mio. Euro).

Die anderen Kosten wurden nicht betrachtet, mit der Begründung, die Schätzung der Kosten für Bauarbeiten sowie für Baumaterialien, Einkauf der Grundstücke etc. in der relativ fernen Zukunft sei nicht realistisch.

Eine Strahlungsbelastung der Bevölkerung in der Umgebung des Endlagers in der Ausbauphase wird nicht erwartet. Diese Annahme scheint aber falsch zu sein, da in den in Frage kommenden Gesteinen (Granit) natürliche Radionuklide zu finden (insbesondere aus der Radium Zerfallsreihe) sind, sodass zumindest eine Belastung mit dem Radongas zu erwarten ist.

Die Studie sagt voraus, dass "der Standort Boletice als der einzige mit großer Wahrscheinlichkeit nicht jener Anforderung entspricht, nach der der Gegenstand des Schutzes des Standortes die für die Errichtung oder den Betrieb des Endlagers erforderlichen Aktivitäten ausschließt" (damit werden insbesondere die Konflikte mit dem Naturschutz gemeint). Die Studie empfiehlt die Untersuchungsarbeiten im Standort Boletice nur in dem Fall weiter durchzuführen, wenn in den anderen Standorten nachgewiesen wird, dass es unmöglich ist, die sg. heiße Zelle im Felsenmassiv zu errichten.

Neben der heißen Zelle, mit der auch in anderen Standorten gerechnet wird, sollte im Standort Boletice auch ein Zwischenlager für abgebrannte Brennstäbe errichtet werden. Zwar in einer untertägigen Variante, das Risikopotential könnte dadurch jedoch stark erhöht werden.

Obwohl im Jahr 2013 mehrmals angekündigt wurde, dass die Entscheidung, ob Standort Boletice in die „Kandidatenliste" eingetragen wird, in kommenden Wochen veröffentlicht wird, war das bis Ende 2013 nicht der Fall und die zuständigen Personen in der Behörde sind nicht mehr imstande, den nächsten Termin zu nennen. Es gibt Gerüchte, dass der Standort nicht weiter in Betracht gezogen wird.

Standort Kraví hora

Der Standort Kraví hora befindet sich seit jener Zeit im Visier der Behörde SÚRAO, als es sich abzeichnete, dass der Widerstand in den 6 ursprünglich ausgewählten Standorten nicht milder wird und als der damalige Regierungsvorsitzende Topolánek erklärt hat, ein Endlager sei in jenen Standorten zu suchen, wo „die Macht der Gemeinden nicht mehr wirkungsvoll ist" (März 2008). Die Aufmerksamkeit hat sich also zu den Truppenübungsplätzen gewendet und SÚRAO ist in diesem Zusammenhang zum Schluss gekommen, auch die Standorte mit den Uranminen zu prüfen, wo eine positive Einstellung der Bevölkerung gegenüber Atomkraft in Kombination mit der Angst vor der Arbeitslosigkeit (die bestehenden Uranminen haben keine Perspektive mehr) anzunehmen ist.

Geologisch gesehen liegt der Nachteil des Standortes Kraví Hora darin, dass die Granitblöcke zu klein sind. Wenn also hier ein Endlager errichtet werden sollte, muss in mehreren "Abteilungen" sowie in zwei Etagen zersplittert werden. Dies könnte mit interessanten Sicherheitsfragen verbunden sein und ist wahrscheinlich auch Grund dafür, dass der Standort nicht vom Anfang an ausgewählt wurde.

Bereits mit Ende Oktober 2012 haben schon sechs Gemeinden der Vertrag mit SÚRAO über die Zusammenarbeit bei den geologischen Untersuchungsarbeiten unterschrieben. Betroffen sind insgesamt allerdings sieben Gemeinden, von denen die Behörde SÚRAO die Zustimmung haben wollte. Die von den Gemeinden durchgeführten Umfragen haben die mehrheitliche Zustimmung der Bevölkerung mit den Untersuchungsarbeiten an Ort und Stelle gezeigt. Nur in einer Gemeinde (Drahonín) war die Mehrheit nicht so eindeutig (54% dafür, 46% dagegen), in Gemeinde Bukov betrug die Mehrheit nur zwei Stimmen.

Gerade in dieser Gemeinde ist eine ziemlich aktive Gruppe von engagierten BürgerInnen tätig, die eine Bürgerinitiative gegründet hat. Die neue Bürgerinitiative heißt NECHCEME

Am 26. Oktober wollten die Gemeinderäte in Bukov den Vertrag mit SÚRAO beschließen. Dies haben sie zwar gleich am Anfang der Sitzung ohne Diskussion durchgeführt, jedoch haben die anwesenden BürgerInnen nach zweistündiger heftiger Diskussion die Gemeinderäte zur Aufhebung des Beschlusses gezwungen. In der Gemeinde Bukov sollte eine Volksabstimmung über diese Frage durchgeführt werden.

Am 11. und 12. Jänner 2013 wurde die Volksabstimmung in der Gemeinde Bukov zum Thema der geologischen Untersuchungsarbeiten durchgeführt. Die Frage für die Volksabstimmung lautete: "Stimmen Sie damit zu, dass die Gemeinde Bukov mit der Tschechischen Republik – der Verwaltung der Endlager für radioaktive Abfälle (SÚRAO) im Prozess der Auswahl des Standortes für Unterbringung des Tiefenlagers für radioaktive Abfälle zusammenarbeitet ?". 52% der WählerInnen haben sich dagegen ausgesprochen.

In der Sache ist es jedoch Ende 2012 zur grundsätzlichen Änderung gekommen. Die Behörde SÚRAO hat mit dem Staatsunternehmen DIAMO

2 (bzw. 63.304 m2 in der zweiten Variante). Die Beheizung der Objekte sowie die Aufbereitung der Prozesswärme sollte im erdgasbetriebenen Heizwerk mit der Leistung von 8,4 MW sichergestellt werden. ÚLOŽIŠTĚ KRAVÍ HORA (Wir wollen kein Endlager Kraví Hora) und sie wirkt im ganzen Standort (www.nechcemeuloziste.cz). 1 einen Vertrag geschlossen, offensichtlich auf Weisung des Industrieministers, in dem DIAMO beauftragt wurde, die Vorbereitung der geologischen Untersuchungsarbeiten im Standort Kraví Hora durchzuführen. Der stellvertretende Direktor des Betriebes GEAM (Zweigstelle des Betriebes DIAMO) Lazárek hat öffentlich bei der Veranstaltung am 7.1.2013 in Bukov bestätigt, dass die Firma vorhat, in kommenden

1

DIAMO ist der einzige Betreiber der Uranminen in Tschechien.

zwei Monaten das Genehmigungsverfahren zur Festlegung des Untersuchungsgebietes (zuständiges Amt dafür ist das Umweltministerium) zu starten. Und dies ohne Rücksicht auf Meinung der Gemeinden und der Bewohner, da eine solche Verpflichtung sich nicht in den tschechischen Gesetzen findet. Anders gesagt, DIAMO fühlt sich an die ursprünglichen Versprechungen von SÚRAO gegenüber Gemeinden (Zustimmung mit den geologischen Untersuchungsarbeiten von allen Gemeinden im jeweiligen Standort) nicht gebunden!

Es ist wahrscheinlich, dass DIAMO auch in anderen Standorten mit selber Aufgabe beauftragt werden wird – Herr Lazárek lässt diese Möglichkeit zu und erklärt, DIAMO ist dazu gerne bereit. Grund für die Beauftragung sei die mangelnde Kapazität und Kompetenz für solche Tätigkeiten in SÚRAO.

Wichtig ist, dass auf diese Art und Weise die Meinungen und Stellungnahmen der Gemeinden wieder umgangen werden. Die Bemühung der Atomindustrie, Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, war hier umsonst. Die jetzige Staatsmacht in Tschechien benötigt aber kein Vertrauen der Bevölkerung...

Das Staatsunternehmen DIAMO hat am 28.1. bei der Zweigstelle des Umweltministeriums in Brno einen Antrag bezüglich Festlegung des Untersuchungsgebietes im Standort Kraví Hora eingereicht. Also abgesehen von jeglichen Stellungnahmen und Meinungen der betroffenen Gemeinden und den Ergebnissen der Volksabstimmungen.

Am 30.5.2013 wurde die Festsetzung des Untersuchungsgebietes von der Zweigstelle des Umweltministeriums in Brno genehmigt. Die am Verfahren beteiligten Vereine haben berufen. In diesem Fall entscheidet über die Berufung der Umweltminister. Die von ihm organisierte Kommission hat ihm im Oktober 2013 empfohlen, die Genehmigung aufzuheben. Der Umweltminister hat die Empfehlung seiner eigener Kommission akzeptiert und hat die Genehmigung (Festlegung des Untersuchungsgebietes) für Standort Kravi hora vor kurzem aufgehoben. Das bedeutet, dass die Zweigstelle des Umweltministeriums in Brno das neue Genehmigungsverfahren in der Sache wieder zu eröffnen hat. Grund für die Aufhebung war vor allem die Tatsache, dass die Behörde nicht untersucht hat, ob das öffentliche Interesse für ein Endlager jenes der Kommunen gegen ein Endlager übersteigt.

Stand: 3.1.2014