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04.01.2018 18:36 15 Tage
Kategorie: Kategorie 1
Von: strasky

Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany - MUSTERSTELLUNGNAHME

Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen - Verfahrensteil Umweltverträglichkeitserklärung


Name/Adresse AbsenderIn:








Empfänger:
AMT DER OBERÖSTERREICHISCHEN LANDESREGIERUNG
Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft
Abteilung Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht
Kärntnerstraße 10-12
4021 Linz

Email: auwr.post@ooe.gv.at

……………….……, am ………………..


Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen für das Vorhaben „Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany“, Tschechien; Verfahrensschritt: Umweltverträglichkeitserklärung



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich ersuche um Übermittlung meiner anschließenden Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany, Tschechien   und damit um die Geltendmachung meiner Rechte im Rahmen einer grenzüberschreitenden UVP. Darüber hinaus bitte ich um Information über die weiteren Verhandlungsergebnisse.
Zum Vorhaben der Gesellschaft ČEZ, a.s., konkret zur Errichtung einer neuen Kernkraftanlage am Standort Dukovany sowie zur entsprechenden Umweltverträglichkeitserklärung, nehme ich wie folgt Stellung:

 

  • der Standort ist aus wasserwirtschaftlichen und strahlenschutzbedingten Gründen für den Betrieb von Energieanlagen mit einer Leistung von mehr als 2000 MWe nicht geeignet. Im Hinblick auf die noch ungewissen regionalen Einflüsse des  Klimawandels muss dieser Grenzwert höchstwahrscheinlich noch angepasst werden. Die Versorgung des Projektes mit einer ausreichenden Menge an qualitativem Kühlwasser ist gefährdet. Dieser Umstand hat massive Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage. Die Leistung der  Anlagen ist dementsprechend zu reduzieren und die bestehenden Blöcke, deren ursprünglich geplante Laufzeit ohnehin ausgelaufen ist, sind stufenweise stillzulegen.
  • die tritiumhaltigen Abwässer der geplanten Anlage dürfen nicht über die Kühltürme in die Luft überführt werden, auch nicht teilweise, da diese Ableitungen die Strahlensituation in Österreich negativ beeinflussen können. Diese Praxis muss baldmöglichst gestoppt werden. Wenn die Grenzwerte für die Belastung des Flusswassers mit radioaktiven Stoffen in den Fluß Jihlava, nicht eingehalten werden können, muss der Betrieb der bestehenden KKW-Blöcke entsprechend angepasst werden.
  • Kumulation mit den bereits bestehenden KKW Blöcken. Ein Betrieb der neuen Blöcke, parallel zu den bestehenden Reaktoren, ist daher äußerst problematisch zu sehen und muss abgelehnt werden.
  • durch die Installierung der großen Blöcke mit einer Leistung von mindestens 1200 MWe wie dies das tschechische Energiekonzept vorsieht, wird das tschechische Elektrizitätssystem ziemlich instabil und kann daher nicht zuverlässig betrieben werden.
  • die Bewertung der Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung in der Umweltverträglichkeitserklärung erscheint nicht glaubwürdig. Sie beruht u.a. auf einer Studie, in der die darin angewendeten Ansätze nicht schlüssig sind.
  • die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) betrachtet eine virtuelle Anlage, bei der nicht nachgewiesen wurde, ob die Kombination der Parameterwerte realistisch ist. Die Unsicherheiten erlauben u.a. auch keine ausreichende Bewertung der Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Die dargestellten Betrachtungen der Unfallabläufe haben so nur einen theoretischen Wert.


    Ich ersuche das Umweltministerium der Tschechischen Republik, aus den oben genannten Gründen, die Umweltverträglichkeitserklärung negativ zu beurteilen und für dieses Vorhaben keine Bewilligung zu erteilen.
     






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    Unterschrift